CHRISTOPH MEDICUS

Miss calculation's poetry is the working class heroin.

(Vorarbeiterei)

Vernähte Kleiderspenden, handgedrechselter Doppeldildo (Nuntschaku / Dreschflegel), als Performance im Einsatz im "Sales" Kostüm (Dauer ca. 5 min), installationsabhängig in verschiedenen Größen seit 2016

Miss calculations poetry is the working class heroin. (Vorarbeiterei) ist eine Installation aus überschüssigen Kleiderspenden, einem Doppeldildo und einem Sale-Kostüm. Das aus Kleiderspenden (von 2016) genähte Wort ist Arbeit. Es kann in unterschiedlichen Formen inszeniert werden und dient als Reflektionsgrundlage für die Verkettungen medial angeschobener Spendenbereitschaft mit Billigproduktionen in anderen Ländern, die selbst zur Fluchtursache werden können und dem Absatz von auf eine Saison angelegten Billigwaren. Die Arbeit verweist auf einen auf schnellen Ersatz ausgerichteten Markt, der in anderen Ländern oft schlechtere Arbeitsbedingungen akzeptiert und provoziert als in den Absatzländern tragbar wäre.
Das vom Künstler bereitgestellte Outfit zur Kontaktaufnahme mit der Arbeit ist ein gedrechselter Doppeldildo in Form eines Nuntschakus und ein Sale-Kostüm des Sommerschlussverkaufs 2016 einer bekannten Kaufhauskette. Es besteht die Möglichkeit dieses zu tragen und mit dem Doppeldildo herumzufuchteln um den Teppich und sich selbst damit zu bearbeiten.
Besucher können sich aber auch einfach in eine der eingenähten Jacken begeben und sich als Kunsttourist ablichten zu lassen. Hierbei lohnt es sich besonders den Geruch der teilweise ungewaschen Spenden aufzusaugen.
Miss calculations poetry is the working class heroin. (Vorarbeiterei) bietet die Chance zu einer Kontaktaufnahme mit den Klamotten anderer und stellt Fragen nach den Zusammenhängen zwischen individuell getragenen Materialien und einer globalen Arbeitswelt. Ob diese aus einer Gier (Sucht) nach Umsatzsteigerung und Verbrauch oder sogar aus einer Lust an im Arbeitsbegriff verankerten Hierachien immernoch nicht vor den gegebenen unwürdigen und gewalttätigen Arbeitsbedingungen zurückschreckt kann mit dem in der Installation vorhandenem Doppeldildo getestet werden. Ein Vorschlag des Künstlers zum Erreichen einer persönlichen Katharsis ist es diesen als Nuntschaku nicht nur gegen den Spendenteppich sondern auch gegen sich selbst im "Sale"-Kostüm als Vorarbeiter des globalen Gewebes anzuwenden.
Bon massage!


(Vorarbeiterei)

Sewed cloth donations, turned doubledildo (Nuntschaku / Dreschflegel), as performance in a Sales-costume (duration ca. 5 min), site specific sizes, since 2016

Miss calculation's poetry is the working class heroin. (Vorarbeiterei) is an installation set together by surplus clothing donations, a doubledildo Nuntchaku and a sale-costume. Sewed together, the donations spell the german word for work: Arbeit. It can be staged in various forms and is the base to reflect upon the connections of the willingness to donate, supported by mass media campains, with cheap clothing production in foreign countries which through this can become migration resources themselfs, and the sellout of cheap commodities, created for only one season. The work refers to a marked based on fast substitutes, which often tolerates and provokes worse working conditions in other countries than those accepted in the consuming countries. The outfit to interact with the piece is a turned doubledildo Nunchaku and a sale-costume of the season sale 2016 of a well-known department store chain. The possibility to wear this costume and to fidget with the doubledildo Nunchaku to work on the carpet and on one's own body.
Visitors can also slip into the jackets sewed into the work and selfie themselfs as art tourists. In this case it's worth to inhale the smell of those partly unwashed donations. Miss calculation's poetry is the working class heroin. (Vorarbeiterei) offers the chance to get in touch with the clothes of others and questions the relations between individually worn materials and a global working environment. Wether it is greed (addiction) for profits (consumption), or even lust for hierarchy integrated into the term of Arbeit, that this working environment doesn't shrink back from brutal working conditions, can be tested with the doubledildo Nunchaku. A proposition of the artist to reach a personal catharsis is, to use it not only agains the carpet of donations, but also agains oneself inside the sale-costume as a head-workman of the global texture. Bon massage!



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(Doppeldildoperformance)

Performance im Park Schloss Wiepersdorf zum 01. Mai 2016, ca. 600 x 200 x 300 cm, 2016



(Zwischenlager)

Div. Kleiderspenden, Sperrholzpalette, Rollen eines Einkaufswagens, Sales Kostüm Doppeldildo, 180 x 50 x 50 cm, Ausstellungsansicht: ...Ethnologie des Übriggebliebenen (Sammlung Brandenburg), Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf, 2016



(Unterschlupf)

Div. Kleiderspenden, Holzbalken, Schraubzwingen, "Sales" Kostüm Doppeldildo, Ca. 100 x 100 x 120 cm, Ausstellungsansich: IS MY HEAD A HOTEL? / Betakontext Berlin, 2016



(Arbeitslage)

Div. Kleiderspenden, Sales Kostüm Doppeldildo, 180 x 50 x 50 cm, Ausstellungsansicht: Krippenspielcasino, Schaubude Berlin, 2017







UPCOMING:

zero waste
Museum der bildenden Künste Leipzig
Opening: 26.03.2020 | 18:00
Exhibition: 27.03. - 21.06.2020

Curated by Lena Fließbach and Hannah Beck-Mannagetta

Exhibiting artists:

Irwan Ahmett & Tita Salina, Michel de Broin, Nadine Fecht, Vibha Galhotra, Tue Greenfort, Andreas Greiner, Swaantje Güntzel, Eliana Heredia, Bianca Kennedy & Swan Collective, Wolf von Kries, Christoph Medicus, Klara Meinhardt, Alexander Oelofse, Kadija de Paula & Chico Togni, Dani Ploeger, Mika Rottenberg, Erik Sturm, Raul Walch